Familienwandertag 2019

5. Familienwandertag der SG Eisdorf 1918 e. V. am Samstag, den 27.04.2019

 

Hallo liebe Freunde der Sportgemeinschaft!

Seit nunmehr 5 Jahren findet der schon zur Tradition gewordene Familienwandertag der Sportgemeinschaft Eisdorf statt, zu dem wir Jung und Alt aus Eisdorf und den umliegenden Ortschaften gern einladen. Inzwischen können wir auch Gäste aus anderen Bundesländern begrüßen, die gern an der stets gut durchdachten Wanderung mit teilnehmen. An dieser Stelle sei noch einmal gesagt, wir freuen uns über jeden Teilnehmer und laden jeden Leser dazu ein, im nächsten Jahr dabei zu sein. Einfach nur kommen, wenn die Aushänge den Termin bekanntgegeben haben, sich in die Teilnehmerliste einschreiben und mit wandern.

Das Organisationsteam hat sich auch in diesem Jahr wieder eine wirklich schöne Strecke zwischen dem Sportplatz Eisdorf, dem Ortsteil Köchstedt und der Motorcross-Strecke Teutschenthal ausgesucht und dazu die Hilfe ortsansässiger Vereine wie der Verkehrswacht Region Teutschenthal, dem MSC Teutschenthal, der Freiwilligen Feuerwehr Eisdorf und dem ABS in Anspruch genommen, um den Kindern und den Erwachsenen einen abwechslungsreichen Wandertag zu bescheren. Nicht zuletzt hat Herr Mike Leske, der im Landesmuseum für Archäologie Halle tätig ist und in Halle Archäologie und Geschichte studiert hat, uns mit seinem Wissen zur Geschichte von Köchstedt und seinen Bauten eine völlig andere Sicht auf diese Objekte ermöglicht. Wir haben wieder neben der Bewegung an der frischen Luft einige Stunden der Entspannung genießen können und zusätzlich Neues kennen gelernt.

Doch nun der Reihe nach:

Kurz vor 10 Uhr fanden sich nach und nach alle Wanderfreunde auf dem Sportplatz der SG Eisdorf ein, wo uns der Vorsitzende der SG Eisdorf, Benno Enkhardt, gemeinsam mit der Ortsbürgermeisterin, Annegret Helbig, mit freundlichen Worten begrüßte. Anschließend erläuterte Sportfreundin Roswitha Bergs (Mitglied des Organisationsteams)  den Ablauf unserer Wanderung. Unter Anleitung von Ursula Gassmann (ebenfalls Mitglied des Organisationsteams) erwärmten wir uns zu den Klängen des Nordic Walker-Liedes. 

Dann ging es durch das Bennstedter Gewerbegebiet den Feldweg in Richtung Köchstedt entlang dem Verlauf des Würdebaches folgend bis zur Brücke an der B 80. Mike Leske informierte uns, dass dieses Gebiet, das heute von der Landwirtschaft genutzt wird, früher einmal ein riesiges Urstromtal war, wo der Fluss Weida sich immer wieder neue Wege suchte. So waren die heutigen Felder einst Feuchtgebiete, die später dann trockengelegt wurden. Unser Wanderweg führte uns weiter über den Kastanienhain direkt nach Köchstedt, wo unsere 1. Station erreicht wurde: das  „Schloss“ (ehemaliges Gutshaus) von Köchstedt. Diese  Villa im Jugendstil wurde zwischen 1906 bis 1907 vom Rittmeister Hans Ernst Koch errichtet. Von 1936 bis 1945 gehörte das Haus der Familie Meyer, nach 1945 wurde der Bau ein Mietshaus. Seit 1992 wechselt dieses Objekt ständig seine Besitzer. Die Gemeinde bemüht sich inzwischen, das Umfeld zu verschönern, dem Wildwuchs von Bäumen, die zu nahe am Gebäude stehen, zu entfernen und die Fenster vor dem weiteren Zerschlagen zu schützen.

Unser Weg führte uns dann zu der Ortskirche St. Maria, die sich etwas abseits vom Ort  befindet. Alle lauschten interessiert den Ausführungen von Mike Leske (Bild 1). Er erklärte uns, dass dies eine romanische Ostturmkirche (12. Jh.) sei, was bedeutet, dass der Turm sich auf der Ostseite befindet. Ähnliche Kirchen sind auch die von Eisdorf und Bennstedt. Heute befindet sich aber der Turm in der Mitte der Kirche, weil später ein gotischer Chor (15. Jh.) noch hinzugefügt wurde. 

Schon von weit her zu sehen: die Vereinsfahne der SG Eisdorf. Das hieß, hier gibt es eine Stärkung für die müden Wanderer. Jana Scholz und Thomas Schmidt hatten einige Muntermacher in Obstform für uns vorbereitet (Bild 2). Unter den Bäumen des Kriegerdenkmals trafen wir auf Sportfreundin Sandra Gerzen, die ein Wissensquiz zum Thema exotische Früchte bereit hielt. Sie stellte anschaulich die verschiedensten exotischen Produkte aus, die man heute problemlos in jedem Supermarkt kaufen kann. Die Kids wurden animiert, ihr Wissen über Feige, Dattel, Physalis, Avocado, Granatapfel, Sternfrucht, Mango, Papaya, Passionsfrucht usw. usw. zu testen. Einfach toll gemacht und auch für uns Erwachsene mit neuen Details. Oder kennen Sie, liebe Leser, Kiwano?

Am Kriegerdenkmal von Köchstedt (Bild 3) verriet Mike Leske uns dann auch, dass er dieses Objekt als Thema für seine Bachelorarbeit ausgewählt hatte. Wir haben also den kompetentesten Berichterstatter  bekommen! 

Und so geht die Geschichte: beim Pflügen eines Ackers entdeckte man 1929 „Hühnengrab“ ähnliche Steine. Aber man fand in diesem Grab kein Skelett und keine Grabbeigaben, so dass der damalige Archäologe der Ansicht war, es sei eine Fernbestattung in frühen Zeiten gewesen, weil der zu beerdigende Fürst fernab von der Heimat zu Tode gekommen ist. Die 6 Platten des Kistengrabes werden der sogenannten Baalberger Kultur zugeordnet, die im Jungsteinzeitalter existiert hat.

Als der Besitzer der Jugendstilvilla Hans Ernst Koch von dem Fund des rätselhaften Grabes erfuhr, veranlasste er die Wiedererrichtung des Grabes in der Nähe von Köchstedt. Die Erfahrungen des 1. Weltkrieges, wo viele junge Soldaten ebenfalls fernab von der Heimat gefallen waren, bewegten Hans Ernst Koch, dies als Weltkriegsdenkmal zu Ehren aller nicht heimgekehrten Soldaten zu deklarieren. Später wurde dieses Denkmal dann unter den Nazis zur Glorifizierung deutschen Heldentums genutzt. Dann geriet das Denkmal wieder in Vergessenheit. Unsere Wanderung wird wohl dies ein wenig ändern.

Weiter ging es von Köchstedt zur Motocrossbahn des MSC Teutschenthal – unserem Ziel. Dort gab es zunächst einen Verpflegungsstopp mit lecker Gegrilltem. 

Unterschiedliche Angebote an die Kinder und Erwachsenen brachten nach der Stärkung erneute Abwechslung: die Feuerwehr Eisdorf lud die Kids zu Rundfahrten in ihrem Feuerwehrauto ein (Bild 4),  einen Sanitätswagen konnte man von Innen besichtigen und sich einem Rauschbrillentest unterziehen. Setzt man diese Brille auf, dann kann man nicht mehr so treffsicher greifen oder laufen. Dies simuliert den Einfluss von Alkohol oder Drogen. Es fiel den Teilnehmenden sichtlich schwer, die Aufgaben zu erfüllen.

Von der Verkehrswacht organisiert, gab es für die Kleinsten einen Verkehrsparkour mit dem Fahrrad oder Roller. Die erfolgreiche Absolvierung des Parkours wurde mit einer Urkunde belohnt.

 

Frau Brigitte Schneider, MSC Teutschenthal, führte uns über das Gelände der Motocross-Strecke des Talkessels Teutschenthal. Die Strecke wurde 1966 gegründet. Ständig wurde an der Bahn und den dazugehörigen Gebäuden gebaut. Der Talkessel wird heute als eine der schönsten natürlichen Motocross-Strecken in Europa beschrieben. 

Zum Schluss möchte ich ganz besonders den Mitgliedern des Organisationsteams für die vielen Stunden der Vorbereitung danken: Klaus Dietrich, Roswitha Bergs, Marco Schwarz, Ursula Gassmann, Carmen Enkhardt, Dieter Grabmann, Benno Enkhardt und Steffi Dietrich sowie den vielen anderen hier nicht genannten Helfern. Ohne ihre Arbeit kann ein solch schöner Ausflug nicht stattfinden. 

Ebenso wäre diese Veranstaltung nicht ohne unsere Sponsoren und Unterstützer denkbar: 

der envia Mitteldeutsche Energie AG, der Ortsbürgermeisterin Teutschenthal, dem Kreissportbund Saalekreis, dem MSC Motorsportclub Teutschenthal, der Bäckerei Schäl, Mike Leske, der Verkehrswacht Region Teutschenthal, der Fa. Scholz Bau GmbH, der Fa. Fethke Dienstleistungen Duderstadt sowie dem Selgros Markt Teutschenthal.

 

Allen unseren herzlichen Dank!

Heide-Mari Kramell

Abteilung Nordic Walking

Familienwandertag 2017

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

 

Am Samstag, den 22. April 2017 war es wieder soweit: Die SG Eisdorf lud alle kleinen und großen Wanderfreunde zum 3. Familienwandertag ein.

Das Motto „Große Entdeckungstour um den Kalimandscharo von Teutschenthal“. Kali – das Stichwort für diesen Tag!

Die Abraumhalden nahe der Bahnlinie zwischen Eisdorf und Wansleben sind weithin sichtbar und leuchten bei sonnigem Wetter bestechend weiß. Der Kilomandscharo in Afrika soll auch eine weiße Spitze haben, weshalb das vielversprechende Motto gewählt wurde.

Die über 100 Teilnehmer erwartete ein abwechslungsreiches Programm. Mehr über die Geschichte des Kalibergbaus bei Spiel und Spaß auf dem etwa 7 km langen Weg zu erfahren, das war das Ziel. Schon der Start auf dem Sportplatz der SG Eisdorf begann mit einer Überraschung. Denn aus dem benachbarten Kupferbergbaugebiet war der „Bergmönch“, alias Andreas Sonntag, aus Sangerhausen angereist, um die Wanderfreunde mit Musik auf seinem Dudelsack (eine spezielle Harzer Bauart) zu erfreuen. Er unterhielt uns mit vielen flotten Sprüchen sowie etlichen Spielutensilien, die die Kinder zu allerlei Geschicklichkeitsübungen animierten.

Da der Wind sehr eisig blies, war das Programm der Kindertanzgruppe „Fünkchen“ ein guter Einstieg, um alle Teilnehmer zu motivieren, sich durch rhythmische Bewegungen zu erwärmen.

(Bilder 1 und 2)

 

 

Dann ging der Marsch in Richtung Kalihalden los. Leider war zu dem eisigen Wind nun auch Regen dazugekommen. Nichtsdestotrotz hielten die Wanderer durch und siehe da, an der 1. Station schien schon wieder die Sonne, die uns dann bis zum Schluss begleitete.

An diesem Haltepunkt bestand die Möglichkeit, Gesteine wie Porphyr, Granit oder Steinkohle zu bestimmen. Einige Teilnehmer kannten sich sehr gut in dieser Materie aus, die anderen lernten wieder Neues kennen.

Ein ehemaliger Bergmann des Kaliwerkes, Willi Nick, erzählte über die Geschichte des Kaliabbaus für die Düngemittelherstellung sowie seinen Nebenprodukten wie z.B. Magnesiumchlorid, Brom und Speisesalz. Wir erfuhren, dass das ehemalige Kaliwerk Krügershall (heute Grube Teutschenthal Sanierungs GmbH) seit 1907 Salz zu Tage gefördert hat. Wir hörten von dem Grubenunglück im Jahr 1940 mit vielen Todesopfern. Diesen zu Ehren steht ein Denkmal an der Hauptstraße von Bahnhof Teutschenthal. 1982 wurde der Abbau aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt, aber die über 100 m hohen Abraumhalden werden stets weithin sichtbar als Wahrzeichen von Teutschenthal bestehen bleiben. (Bild 3)

Im Ortsteil Bahnhof Teutschenthal - nahe der Gartenanlage - hatten inzwischen fleißige Helfer eine Verpflegungsstation aufgebaut, um die Wanderer mit frischen, saftigen Äpfeln sowie Süßigkeiten und Getränken zu kräftigen.

Der weitere Weg in Richtung Wansleben war der landschaftlich schönste Teil der Wanderstrecke. Er führte durch ein Wäldchen zum See, an dem die alte Schule von Wansleben als Ruine zu sehen ist. Inzwischen lachte die Sonne pur und lockte zumindest unsere zwei Mitwander- Hunde ins Wasser. Am Ufer des Sees gab es noch einmal einen Halt. Hier konnte gepuzzelt oder nach Äpfeln „gefischt“ werden und der „Bergmönch“ spielte seinen Dudelsack. (Bild 4)

Am Sportplatz Bahnhof Teutschenthal angekommen, sorgten viele fleißige Hände für das leibliche Wohl unserer Gäste. Die Kinder konnten sich beim Tauziehen, Klobürsten-Zielwerfen, Stiefelweitwurf, Sackhüpfen und Eierlaufen vergnügen und wichtige Punkte sammeln. Denn zum Abschied gab es zur Erinnerung an den Familienwandertag 2017 das „Weiße Gold“ von Teutschenthalexklusiv aus 700 m Tiefe gefördert und abgefüllt in kleinen Fläschchen.

Es war eine erlebnisreiche Wanderung für Jung und Alt.

Wir danken unseren Sponsoren: der envia Mitteldeutsche Energie AG, der Ortsbürgermeisterin Teutschenthal, dem Kreissportbund Saalekreis, der Ergotherapie Ihmels, dem Schreibwarengeschäft Pille und der Bäckerei Schäl für ihre Unterstützung sowie allen fleißigen Helfern für ihre vielen Ideen und ihr Engagement.

Alle waren sich einig: Es wird auch noch einen 4. Familienwandertag der SG Eisdorf geben.

Dr. Heide-Mari Kramell

Abteilung Nordic Walking